Wendepunkte

Lehre uns bedenken,
dass wir sterben müssen,
auf dass wir klug werden.

(Psalm 90, Vers 12)

 

Führen und Entscheiden ist eine tolle Sache – solange es darum geht, Neues zu schaffen, aufzubauen, zu entwickeln. Erfolg macht stark und selbstbewusst.

Schwieriger wird es, wenn es nicht mehr so gut läuft. In Phasen von Rückschlägen und Misserfolg. Wenn die Zweifel zunehmen, die eigenen und die der Anderen, … wenn die Kraft nachlässt und die Hoffnung schwindet, ... wenn Seitwärtsbewegungen mehr Raum einnehmen als die nach vorne.

Sehr schwierig, den Punkt zu erwischen, wo „mehr vom selben“ keinen Sinn mehr macht. Wenn es dran ist aufzuhören – sich das Scheitern einzugestehen. Wer zollt dafür Respekt? Wer fühlt hier mit? Wer traut dann noch etwas zu? Wer ist dann noch da?

Wir schreiben diese Zeilen für die, die wir gelegentlich auch in solchen Situationen begleiten dürfen. Und: Wir schreiben sie in eigener Sache: Die KIWI AG stellt zum 31.07.2015 ihren Geschäftsbetrieb ein. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart nimmt das Angebot vom Markt. Das Ende des Experiments.

Wir danken all jenen, die uns vertraut haben, die wir begleiten durften und mit denen wir viel entwickelt, viel erlebt und manches durchlitten haben.

Wir hoffen und wünschen, dass sich zunehmend mehr Entscheider trauen, ihre Mit-Arbeiter als Mit-Unternehmer ernst zu nehmen und Aktionismus und Konformitätsdruck in Frage zu stellen.

Wir wissen, dass die Sehnsucht nach einer guten Balance von Profitabilität und Sinn weiterlebt, weil „klug wirtschaften“ mehr ist als Daten, Zahlen, Fakten.

 

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