Konsens = Nonsens ?

 

Man kann nicht regieren,
indem man über alles Konsens-Soße gießt.
Wolfgang Schäuble


Die Grundvoraussetzung jedes Fortschritts
ist die Überzeugung, dass das Nötige möglich ist.
Norman Cousins (1915-97)
amerik. Autor u. Publizist

 

Wie oft kommt es vor, dass Sie zu einer Fragestellung schon im Vorhinein sagen können, welcher Kommentar von KollegInnen kommt und welche Fragen Gesprächspartner stellen werden?
Wie oft kommt es vor, dass Sie Zugeständnisse schon im Vorhinein einkalkulieren, um danach mit dem Ergebnis noch einigermaßen nah an Ihrem Ziel zu bleiben?
Besprechungen als große Inszenierung eines Jahrmarktes, in dem gefeilscht wird, wer sich wann und wie durchsetzt? Konsens durch Ermattung? Hauptsache ein Ergebnis?

Organisationen täte eine gemeinsame Entscheidungs-Landkarte gut:

  • Zu welchen Fragen braucht es tatsächlich Konsens unter den Führungsverantwortlichen?
  • Konsens, als Überwindung der Zielkonflikte. Konsens als Ergebnis sachorientierter Auseinandersetzung, als Ergebnis eines gemeinsamen Ringens um die angemessene Problemsicht. Konsens als Basis für vertrauensvolle Zusammenarbeit in geteilter Verantwortung.
  • Zu welchen Fragestellungen braucht es Vertrauen in die Kompetenz der Kollegen oder der Mitarbeitenden? Ein Vertrauen darauf, dass deren Risikoabschätzung fundiert und nicht lästiger Störfaktor bei der Durchsetzung der eigenen Pläne ist? Wäre es nicht hilfreich im Ringen um die beste Lösung, wenn man diese Einschätzungen als Information zum Problem und als Beitrag zur Qualitätssicherung sehen kann – quasi als Katalysator?
  • Wo wären scheinbar ultimative „Entweder A oder B“-Entscheidungen sinnvoll um zwei Perspektiven zu erweitern:
    A und B“ bzw. „weder A noch B“?
  • Wo lenkt der routinemäßige Zwist zwischen Kolleginnen und Kollegen von den dahinterliegenden Fragestellungen ab? Wie lauten diese?
  • Wo müssten fachliche Spannungsfelder benannt und die Auseinandersetzung darüber wachgehalten werden, um nicht betriebsblind zu agieren?

Wo können und wollen Sie sich in Ihrem Unternehmen für eine entwicklungs- und potentialorientierte Gesprächs- und Entscheidungskultur stark machen?

 

< zurück