Eigentlich ganz anders...

Eigentlich bin ich ganz anders,
ich komm´ nur viel zu selten dazu.

Du machst hier grad´ mit einem Bekanntschaft,
den ich genauso wenig kenne wie du.

Ich hab´ so viel´ Termine in der Disco,
vor Gericht und bei der Bank.
Da schick´ ich einfach meine Vize-Egos
und das wahre Ich bleibt lieber im Schrank

Ich bin gar nicht der Typ, den jeder in mir sieht
und das werd` ich euch bei Zeiten auch alles noch beweisen.

Udo Lindenberg „Ganz anders“ 2008

 

Ödön von Horváth ist 25 Jahre alt, als er Ada Freifrau von Stetten den Satz in den Mund legt: „Ich bin nämlich eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu“ (aus „Zur schönen Aussicht“ 1926).

Wie es scheint hat sich in den 90 Jahren seither nicht viel geändert, analysiert die ZEIT vom 14.08.2014. Die ZEIT sucht die Authentizität: „Wann bin ich wirklich ich?“ lautet die Frage. Und zieht den Schluss: Eigentlich nie. Verheddert in (Rollen-)Erwartungen und -zwängen, verwickelt in Selbst- und Außenbild, fehlen oft Ruhe und Zeit, sich auf sich selbst einzulassen. Cooler sind schnelle Antworten und Oberwasser.

Kennen Sie das? Was meinen Sie, wie viel Prozent der Menschen in Ihrem Unternehmen beantworten die Frage mit „ja“? Braucht es Ihrer Meinung nach in Organisationen Authentizität? Wenn ja, wofür?

Wie lässt sich Authentizität fördern? Was ermöglicht Ihnen, echt zu sein?

 

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