Chefsache ?


 

Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit.
Das ist der Grund, weshalb sich die meisten
Menschen vor ihr fürchten.
Georg Bernard Shaw

 

Leadership ohne Followship
ist ein Ding der Unmöglichkeit.
Monique R. Siegel


Führungskräfte von heute müssen u.a. empathisch, tolerant, inspirierend und klug sein. Nur wer diese Fähigkeiten mitbringt, kann Mitarbeitende motivieren, ihre Potentiale schöpfen und sie zu engagierten Streitern für eine gemeinsame Sache machen. So zumindest der Tenor vieler Artikel in einschlägigen Wirtschaftsmagazinen und Fachblättern für Personalführung. Dabei bleibt oft unbeantwortet, wie das in tradierten Strukturen und stark verwurzelten Hierarchien gut funktionieren soll. Und über die Qualitäten und Fähigkeiten, die Mitarbeitende in diese „neue Form der Führung“ einbringen sollten, lesen wir ebenfalls erstaunlich wenig.

Ohne Frage, Qualitäten, wie die oben beschriebenen, erleichtern Führung. Viele unserer Wortmeldungen thematisieren das. Aber es ist auch klar: es ist nur eine Facette, die da beschrieben wird.

Für Mitarbeitende ist es bequem, über Führungskräfte zu schimpfen oder zu jammern und die eigene Ohnmacht zu beklagen. Dabei müsste allen klar sein: auch schlechte Führer beziehen ihre Macht mehrheitlich von den (scheinbar) Ohnmächtigen. Wer Verantwortung nach oben delegiert, wer sich heraushält und als „Zuschauer“ oder „Einzelgängerin“ glaubt, nichts mit alledem zu tun zu haben, irrt gewaltig. Durch verweigertes Engagement zementiert man den Status quo mit und wird der eigenen Verantwortung für das Ganze in keiner Weise gerecht. Engagement ist keine Holschuld, sie ist eine Bringschuld!

Was hält Mitarbeitende ab, in Vorleistung zu gehen? Was hält sie ab, eigene Vorschläge auszuarbeiten und zur Diskussion zu stellen? Was hält sie ab, strategisch zu denken? Und was hält Führungskräfte davon ab, genau das von jedem einzelnen einzufordern?

 

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